1985 n. Chr. – 1991 n. Chr.
Gorbatschows Reformen
Die Reformen von Michail Gorbatschow zielten auf eine grundlegende Erneuerung der Sowjetunion. Mit Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) sollten Politik, Wirtschaft und Gesellschaft reformiert werden. Die größere Meinungsfreiheit und der Verzicht auf militärisches Eingreifen veränderten das Machtgefüge in Osteuropa. Dadurch gerieten die sozialistischen Regime, auch in der DDR, stark unter Druck. Gorbatschows Politik trug entscheidend zum Ende des Kalten Krieges und zur deutschen Wiedervereinigung bei.
1989 n. Chr.
Der Fall der Mauer
Der Fall der Berliner Mauer markierte das Ende der jahrzehntelangen Teilung Deutschlands. Nach Massenprotesten und einer missverständlichen Pressekonferenz wurden die Grenzübergänge geöffnet. Tausende Menschen strömten jubelnd nach West-Berlin. Die Mauer verlor damit ihre Funktion als Sperranlage. Das Ereignis wurde weltweit zum Symbol für das Ende des Kalten Krieges in Europa.
1989 n. Chr.
Helmut Kohls 10-Punkte-Programm
Das Helmut Kohl vorgestellte Zehn-Punkte-Programm skizzierte einen Stufenplan zur deutschen Einheit. Es sah zunächst humanitäre Hilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der DDR vor. Langfristig zielte das Programm auf eine Konföderation und schließlich einen gemeinsamen Staat ab. Der Plan setzte internationale Zustimmung voraus, besonders der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs. Er gab dem Prozess der Wiedervereinigung eine klare politische Richtung.
1990 n. Chr.
Die Wiedervereinigung
Die Deutsche Wiedervereinigung bezeichnet den Zusammenschluss der DDR mit der Bundesrepublik Deutschland. Nach freien Wahlen in der DDR wurde der Beitritt zum Grundgesetz beschlossen. Der Einigungsvertrag regelte die politische, rechtliche und wirtschaftliche Angleichung. Am 3. Oktober 1990 trat die staatliche Einheit offiziell in Kraft. Die Wiedervereinigung beendete die deutsche Teilung und veränderte Europa nachhaltig.