1920 n. Chr. – 1933 n. Chr.
Hitler und die NSDAP
Adolf Hitler wurde ab 1920 zur zentralen Führungsfigur der NSDAP und prägte ihre Ideologie entscheidend.
Die Partei verband radikalen Nationalismus, Antisemitismus und die Ablehnung der Demokratie.
Nach dem gescheiterten Hitlerputsch von 1923 setzte die NSDAP auf den legalen Weg zur Macht.
Infolge der Weltwirtschaftskrise gewann sie stark an Zulauf und wurde zur Massenpartei.
1933 gelang Hitler schließlich der politische Durchbruch, der den Weg in die nationalsozialistische Diktatur ebnete.
1930 n. Chr. – 1933 n. Chr.
Die letzten Jahre der Weimarer Republik
In den letzten Jahren der Weimarer Republik war das parlamentarische System weitgehend handlungsunfähig.
Regierungen stützten sich zunehmend auf Notverordnungen des Reichspräsidenten statt auf Mehrheiten im Reichstag.
Die anhaltende Wirtschaftskrise verschärfte soziale Not und politische Radikalisierung.
Extremistische Parteien, insbesondere die NSDAP, gewannen stark an Einfluss und Wählerstimmen.
1933 endete die Weimarer Republik mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler und der endgültigen Zerstörung der Demokratie.
1933 n. Chr. – 1934 n. Chr.
Die Gleichschaltung
Nach der Machtübernahme begannen die Nationalsozialisten mit der systematischen Gleichschaltung von Staat und Gesellschaft.
Politische Parteien, Gewerkschaften und demokratische Institutionen wurden aufgelöst oder der NSDAP untergeordnet.
Länderparlamente verloren ihre Selbstständigkeit, und das föderale System wurde weitgehend abgeschafft.
Medien, Kultur und Bildung wurden streng kontrolliert und auf die nationalsozialistische Ideologie ausgerichtet.
Die Gleichschaltung beseitigte jede organisierte Opposition und festigte die nationalsozialistische Diktatur.
1933 n. Chr.
Die Machtübergabe
Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt und erhielt damit die Regierungsgewalt.
Die Machtübergabe erfolgte formal legal durch Reichspräsident Hindenburg, nicht durch einen Staatsstreich.
Konservative Eliten glaubten, Hitler politisch kontrollieren und für ihre eigenen Ziele nutzen zu können.
In Wirklichkeit nutzte die NSDAP die Regierungsbeteiligung, um demokratische Strukturen systematisch auszuschalten.
Die Machtübergabe markierte den entscheidenden Wendepunkt vom demokratischen Staat zur nationalsozialistischen Diktatur.
1933 n. Chr.
Der Reichstagsbrand
Am 27. Februar 1933 brannte das Reichstagsgebäude in Berlin aus und erschütterte die junge Demokratie.
Die Nationalsozialisten behaupteten, der Brand sei Teil eines kommunistischen Umsturzplans.
Festgenommen wurde der niederländische Kommunist Marinus van der Lubbe, der am Tatort angetroffen wurde.
Ob er allein handelte oder der Brand politisch instrumentalisiert bzw. mitverursacht wurde, ist bis heute umstritten.
Der Brand diente der Regierung als Vorwand, um politische Gegner massiv zu verfolgen.
Bereits am nächsten Tag wurde die Reichstagsbrandverordnung erlassen, die Grundrechte außer Kraft setzte.
Damit wurde ein entscheidender Schritt zur Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur vollzogen.
1933 n. Chr. – 1945 n. Chr.
Die Judenverfolgung
Unter Adolf Hitler begann ab 1933 die systematische Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland.
Zunächst wurden Jüdinnen und Juden durch Boykotte, Berufsverbote und Diskriminierung aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen.
Mit den Nürnberger Gesetzen von 1935 verloren sie ihre staatsbürgerlichen Rechte vollständig.
Ab 1938 eskalierte die Gewalt offen, unter anderem in der Novemberpogromnacht mit Zerstörung, Verhaftungen und Mord.
Im Zweiten Weltkrieg mündete die Verfolgung im Holocaust, der millionenfachen Ermordung europäischer Jüdinnen und Juden.
1933 n. Chr. – 1945 n. Chr.
Erziehung im NS-Regime
Die Erziehung im nationalsozialistischen Staat diente der ideologischen Formung der Jugend im Sinne des Regimes.
Schule und Lehrpläne wurden auf Rassenideologie, Führerkult und militärischen Gehorsam ausgerichtet.
Lehrkräfte mussten dem Regime loyal sein, während kritische oder jüdische Lehrer entlassen wurden.
Außerhalb der Schule spielte die Hitlerjugend eine zentrale Rolle bei der politischen Indoktrination.
Ziel der Erziehung war die Heranbildung bedingungslos gehorsamer Anhänger des Nationalsozialismus.
1936 n. Chr.
Die Besetzung des Rheinlands
Im März 1936 ließ das nationalsozialistische Regime das entmilitarisierte Rheinland von deutschen Truppen besetzen.
Dieser Schritt verstieß offen gegen den Versailler Vertrag und die Bestimmungen des Locarno-Pakts.
Frankreich und Großbritannien reagierten nicht militärisch, was Hitler als großen außenpolitischen Erfolg wertete.
Die Besetzung stärkte das Ansehen des Regimes im Inland und förderte die Zustimmung der Bevölkerung.
Gleichzeitig markierte sie einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur aggressiven Expansionspolitik des NS-Staates.
1936 n. Chr.
Olympische Spiele
Die Olympischen Spiele fanden 1936 in Berlin statt und wurden vom nationalsozialistischen Regime gezielt für Propagandazwecke genutzt.
Das Regime präsentierte Deutschland als friedliebend, modern und leistungsfähig, während Verfolgung und Unterdrückung zeitweise verschleiert wurden.
Antisemitische Maßnahmen wurden während der Spiele bewusst abgeschwächt, um internationale Kritik zu vermeiden.
Die Spiele waren sportlich erfolgreich für Deutschland, wurden jedoch auch durch die Erfolge des afroamerikanischen Athleten Jesse Owens geprägt.
Insgesamt dienten die Olympischen Spiele dazu, das Ansehen des NS-Regimes im In- und Ausland zu stärken.
1937 n. Chr.
Bomben auf Guernica
Am 26. April 1937 wurde die baskische Stadt Guernica während des Spanischen Bürgerkriegs aus der Luft bombardiert.
Der Angriff wurde von der deutschen Legion Condor unterstützt, die auf Seiten der spanischen Nationalisten kämpfte.
Große Teile der Stadt wurden zerstört, zahlreiche Zivilisten kamen ums Leben.
Der Angriff gilt als eines der ersten Beispiele gezielter Bombardierung der Zivilbevölkerung.
Guernica wurde weltweit zum Symbol für die Brutalität moderner Luftkriegsführung und nationalsozialistischer Militärpolitik.
1938 n. Chr.
Das Münchner Abkommen
Das Münchner Abkommen wurde am 30. September 1938 zwischen Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien geschlossen.
Es erlaubte dem Deutschen Reich die Annexion des Sudetenlands, das zur Tschechoslowakei gehörte.
Die tschechoslowakische Regierung war an den Verhandlungen nicht beteiligt.
Großbritannien und Frankreich hofften, durch Nachgeben einen Krieg zu verhindern (Appeasement-Politik).
Tatsächlich stärkte das Abkommen Hitlers Macht und erwies sich als weiterer Schritt auf dem Weg in den Zweiten Weltkrieg.
1938 n. Chr.
Der Anschluss Österreichs
Im März 1938 marschierten deutsche Truppen in Österreich ein und vollzogen den sogenannten „Anschluss“.
Österreich wurde damit völkerrechtswidrig in das Deutsche Reich eingegliedert.
Der Anschluss verstieß gegen den Versailler Vertrag und den Vertrag von Saint-Germain.
Ein Großteil der österreichischen Bevölkerung begrüßte den Anschluss, auch unter dem Druck massiver Propaganda.
Der Anschluss stellte einen weiteren entscheidenden Schritt in der expansiven Außenpolitik des NS-Regimes dar.
1939 n. Chr.
Der Hitler-Stalin-Pakt
Der Hitler-Stalin-Pakt wurde am 23. August 1939 zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion geschlossen.
Offiziell handelte es sich um einen Nichtangriffspakt, der einen Krieg zwischen beiden Staaten verhindern sollte.
Ein geheimes Zusatzprotokoll regelte die Aufteilung Osteuropas in deutsche und sowjetische Interessensphären.
Dadurch wurde unter anderem die Teilung Polens vereinbart.
Der Pakt ermöglichte Hitler den Angriff auf Polen und ebnete damit den Weg für den Beginn des Zweiten Weltkriegs.