Vietnamkrieg

1955 n. Chr. – 1975 n. Chr.

Der Vietnamkrieg war ein bewaffneter Konflikt zwischen dem kommunistischen Nordvietnam und dem prowestlichen Südvietnam. Nordvietnam wurde von der Sowjetunion und China unterstützt, Südvietnam vor allem von den USA. Ziel des Nordens war die Wiedervereinigung Vietnams unter kommunistischer Führung. Die USA griffen massiv militärisch ein, um die Ausbreitung des Kommunismus zu verhindern. Der Krieg entwickelte sich zu einem verlustreichen Stellvertreterkrieg im Kalten Krieg. Besonders der Guerillakrieg des Vietcong stellte die US-Armee vor große Herausforderungen. Intensive Bombardierungen und der Einsatz von Chemiewaffen wie „Agent Orange“ verursachten enorme Zerstörungen. In den USA wuchs die Kritik am Krieg stark an. 1973 zogen sich die amerikanischen Truppen zurück. 1975 eroberte Nordvietnam Saigon und vereinigte das Land unter kommunistischer Herrschaft.

Vietnamkrieg
1954 n. Chr.

Genfer Indochina-Abkommen

Nach der Niederlage Frankreichs bei Điện Biên Phủ wurde Vietnam vorübergehend entlang des 17. Breitengrads geteilt. Der Norden kam unter kommunistische Führung, der Süden blieb antikommunistisch. Für 1956 waren gesamtvietnamesische Wahlen geplant. Diese Wahlen fanden jedoch nicht statt. Die Teilung wurde damit faktisch dauerhaft und legte den Grundstein für den späteren Krieg.

1959 n. Chr.1975 n. Chr.

Der Ho-Chi-Minh-Pfad

Der Ho Chi Minh Trail war ein weit verzweigtes Versorgungsnetzwerk von Nordvietnam nach Südvietnam. Über dieses System wurden Waffen, Soldaten und Nachschub transportiert. Die Route verlief größtenteils durch Laos und Kambodscha und war schwer zu kontrollieren. Trotz massiver US-Bombardierungen blieb der Pfad funktionsfähig. Er war entscheidend für die militärische Stärke Nordvietnams und den späteren Sieg im Vietnamkrieg.

1964 n. Chr.

Tonkin-Zwischenfall

Ein angeblicher Angriff nordvietnamesischer Boote auf US-Kriegsschiffe im Golf von Tonkin führte zur Eskalation. Der US-Kongress verabschiedete die Tonkin-Resolution. Dadurch erhielt der Präsident weitreichende militärische Vollmachten. Die USA weiteten ihren Kriegseinsatz massiv aus. Der Konflikt wurde internationalisiert.

1965 n. Chr.1968 n. Chr.

Amerikanische Bodenoffensive

Die USA entsandten hunderttausende Soldaten nach Südvietnam. Massive Bombardierungen sollten den Norden schwächen. Trotz technischer Überlegenheit gelang kein entscheidender Sieg. Der Guerillakrieg des Vietcong erwies sich als äußerst effektiv. Der Krieg wurde zunehmend verlustreich und unpopulär.

1968 n. Chr.

Massaker von My Lai

Das My Lai Massacre ereignete sich am 16. März 1968 in einem Dorf in Südvietnam. US-Soldaten töteten dort hunderte unbewaffnete Zivilisten, darunter Frauen und Kinder. Das Verbrechen wurde zunächst vertuscht. Erst 1969 machte die Veröffentlichung die Tat weltweit bekannt. Das Massaker erschütterte die amerikanische Öffentlichkeit und verstärkte die Kritik am Vietnamkrieg erheblich.

1968 n. Chr.

Tet-Offensive

Nordvietnam und der Vietcong starteten eine großangelegte Überraschungsoffensive. Militärisch konnten die USA die Angriffe zurückschlagen. Politisch jedoch galt die Offensive als Wendepunkt. Die amerikanische Öffentlichkeit verlor zunehmend das Vertrauen in einen Sieg. Die Kriegsgegnerbewegung gewann stark an Einfluss.

1973 n. Chr.

Pariser Friedensabkommen

Nach langen Verhandlungen einigten sich die Konfliktparteien auf einen Waffenstillstand. Die USA zogen ihre Truppen aus Vietnam ab. Der Krieg zwischen Nord- und Südvietnam ging jedoch weiter. Das Abkommen brachte keine dauerhafte Stabilität. Südvietnam blieb militärisch geschwächt.

1975 n. Chr.

Fall von Saigon

Nordvietnamesische Truppen eroberten die Hauptstadt Südvietnams. Die Regierung brach zusammen. Bilder der Evakuierung der US-Botschaft gingen um die Welt. Vietnam wurde unter kommunistischer Führung wiedervereinigt. Der Vietnamkrieg endete mit einem Sieg des Nordens.