1240 n. Chr.
Zerstörung Kiews durch die Mongolen
Die Truppen Batu Khans eroberten und zerstörten Kiew fast vollständig. Damit endete die politische Bedeutung der alten Kiewer Rus. Die russischen Fürstentümer gerieten unter die Oberherrschaft der Goldenen Horde. Sie mussten Tribute zahlen und militärische Unterstützung leisten. Diese Phase wird oft als „mongolisches Joch“ bezeichnet.
1240 n. Chr. – 1480 n. Chr.
Herrschaft der Goldenen Horde
Nach der Eroberung Kiews 1240 gerieten die russischen Fürstentümer unter die Oberherrschaft der Goldene Horde, eines Teilreichs des Mongolenreiches. Die Fürsten durften weiter regieren, mussten jedoch Tribute zahlen und sich ihre Herrschaft vom Khan bestätigen lassen (Jarlyk). Militärisch und politisch blieben sie von der Horde abhängig. Die Mongolen griffen selten direkt in die lokale Verwaltung ein, kontrollierten jedoch Steuern und Außenpolitik. Diese Phase schwächte viele alte Zentren wie Kiew, begünstigte jedoch den Aufstieg Moskaus, das eng mit der Horde kooperierte.
1325 n. Chr. – 1340 n. Chr.
Aufstieg Moskaus unter Iwan I
Unter Iwan I. gewann Moskau stark an Einfluss. Er erhielt von der Goldenen Horde das Recht, Tribute einzuziehen. Dadurch wurde Moskau wirtschaftlich mächtig. Zudem wurde der Sitz des Metropoliten der russisch-orthodoxen Kirche nach Moskau verlegt. Die Stadt entwickelte sich zum religiösen und politischen Zentrum.
1380 n. Chr.
Schlacht auf dem Kulikowo-Feld
Fürst Dmitri Donskoi besiegte ein mongolisches Heer. Der Sieg war symbolisch wichtig für das russische Selbstbewusstsein. Die Abhängigkeit von der Goldenen Horde blieb jedoch zunächst bestehen. Dennoch zeigte sich, dass die Mongolen militärisch besiegbar waren. Moskau festigte seine Führungsrolle unter den Fürstentümern.
1480 n. Chr.
Ende der mongolischen Oberherrschaft
Unter Iwan III. kam es zum „Stehen an der Ugra“. Ohne große Schlacht zogen sich die Truppen der Goldenen Horde zurück. Dieses Ereignis gilt als Ende der mongolischen Vorherrschaft. Moskau war nun faktisch unabhängig. Iwan III. begann, sich als Herrscher eines geeinten russischen Reiches zu verstehen.
1547 n. Chr.
Krönung Iwans IV. zum Zaren
Iwan IV. ließ sich 1547 zum „Zar aller Reußen“ krönen. Der Titel leitete sich vom römisch-byzantinischen „Caesar“ ab. Damit wurde Moskau als Nachfolger Byzanzs gesehen („Drittes Rom“). Die Krönung markierte den Übergang vom Großfürstentum zum Zarentum. Russland trat als zentralisierter Staat in eine neue Epoche ein.