1918 n. Chr. – 1919 n. Chr.
Die Novemberrevolution
Die Novemberrevolution begann im Herbst 1918 als Reaktion auf die militärische Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg und die katastrophale Versorgungslage.
Ausgelöst wurde sie durch den Matrosenaufstand in Kiel, der sich rasch zu einer reichsweiten Massenbewegung von Arbeitern und Soldaten ausweitete.
In vielen Städten bildeten sich Arbeiter- und Soldatenräte, die politische Mitbestimmung und das Ende der Monarchie forderten.
Am 9. November 1918 dankte Kaiser Wilhelm II. ab, und die Republik wurde ausgerufen.
Die Revolution führte zur Gründung der Weimarer Republik, blieb jedoch unvollständig, da alte Eliten aus Militär, Verwaltung und Wirtschaft weitgehend ihre Macht behielten
1919 n. Chr. – 1923 n. Chr.
Kampf um die Demokratie
In den ersten Jahren der Weimarer Republik war die junge Demokratie starken Bedrohungen von links und rechts ausgesetzt.
Kommunistische Aufstände sowie rechtsextreme Putschversuche wie der Kapp-Putsch stellten die staatliche Ordnung infrage.
Viele Gegner der Republik lehnten Demokratie grundsätzlich ab und wollten autoritäre oder revolutionäre Systeme durchsetzen.
Die Regierung konnte sich oft nur mit Hilfe von Militär und Freikorps behaupten, was die Demokratie innerlich schwächte.
Trotzdem überstand die Republik diese Anfangskrisen und behauptete sich vorerst gegen ihre Feinde.
1919 n. Chr.
Weimarer Reichsverfassung
Die Weimarer Reichsverfassung trat am 11. August 1919 in Kraft und bildete die rechtliche Grundlage der Weimarer Republik.
Sie führte Deutschland erstmals als parlamentarische Demokratie mit allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlen.
Die Verfassung garantierte umfangreiche Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz.
Gleichzeitig verlieh sie dem Reichspräsidenten große Machtbefugnisse, insbesondere durch Notverordnungen nach Artikel 48.
Diese Mischung aus demokratischen Elementen und autoritären Notfallrechten machte die Verfassung in Krisenzeiten anfällig für politischen Missbrauch.
1919 n. Chr.
Weimarer Nationalversammlung
Nach den Wahlen im Januar 1919 trat die Nationalversammlung in Weimar zusammen, da Berlin als politisch zu unsicher galt.
Ihr Hauptziel war die Ausarbeitung einer demokratischen Verfassung für das neue deutsche Staatswesen.
Die Nationalversammlung verabschiedete die Weimarer Verfassung, die Grundrechte, Gewaltenteilung und allgemeines Wahlrecht festschrieb.
Mit Friedrich Ebert wurde der erste Reichspräsident demokratisch gewählt.
Die Arbeit der Nationalversammlung legte die rechtliche Grundlage der Weimarer Republik, konnte jedoch die tiefen politischen Gegensätze im Land nicht auflösen.
1923 n. Chr.
Die Hyperinflation
Die Hyperinflation erreichte 1923 ihren Höhepunkt und führte zu einem nahezu vollständigen Zusammenbruch der deutschen Währung.
Ursachen waren unter anderem die Kriegsfinanzierung, hohe Reparationsforderungen und der passive Widerstand im Ruhrgebiet.
Das Geld verlor rasant an Wert, sodass Löhne und Ersparnisse innerhalb kürzester Zeit praktisch wertlos wurden.
Besonders der Mittelstand erlitt massive Verluste, was das Vertrauen in Staat und Demokratie stark untergrub.
Erst mit der Einführung der Rentenmark im Herbst 1923 konnte die Inflation gestoppt und die Wirtschaft stabilisiert werden.
1924 n. Chr. – 1929 n. Chr.
Die Goldenen Zwanziger
Die Goldenen Zwanziger bezeichneten eine Phase relativer politischer Stabilität und wirtschaftlicher Erholung in der Weimarer Republik.
Durch die Währungsreform und internationale Kredite, insbesondere aus den USA, stabilisierte sich die deutsche Wirtschaft.
Industrie und Städte wuchsen, während Kultur, Wissenschaft und Kunst eine außergewöhnliche Blüte erlebten.
Trotzdem profitierten nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen, und soziale Spannungen blieben bestehen.
Die Stabilität dieser Jahre war fragil und endete abrupt mit der Weltwirtschaftskrise ab 1929.
1929 n. Chr. – 1933 n. Chr.
Die Weltwirtschaftskrise
Die Weltwirtschaftskrise begann 1929 mit dem Börsencrash in den USA und erfasste Deutschland besonders stark.
Durch den Abzug amerikanischer Kredite brach die deutsche Wirtschaft massiv ein.
Millionen Menschen verloren ihre Arbeit, was Armut und soziale Not stark verschärfte.
Die politischen Parteien fanden kaum gemeinsame Lösungen, wodurch das Vertrauen in die Demokratie weiter sank.
Die Krise begünstigte den Aufstieg radikaler Parteien und trug entscheidend zum Ende der Weimarer Republik bei.
1930 n. Chr. – 1933 n. Chr.
Schicksalsjahre der Weimarer Republik
In den Schicksalsjahren geriet die Weimarer Republik in eine schwere politische und institutionelle Krise.
Parlamentarische Mehrheiten zerbrachen, sodass Reichskanzler zunehmend per Notverordnungen des Reichspräsidenten regierten.
Demokratische Entscheidungsprozesse wurden ausgehöhlt, während autoritäre Lösungen an Bedeutung gewannen.
Gleichzeitig erzielten extremistische Parteien große Wahlerfolge und destabilisierten das politische System weiter.
1933 endete die Weimarer Republik endgültig mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten.