1700 n. Chr. – 1721 n. Chr.
Grßer Nordischer Krieg
Im Großen Nordischen Krieg kämpfte Russland gegen Schweden um die Vorherrschaft im Ostseeraum. Unter Peter I. wurde das Heer modernisiert und nach westlichem Vorbild reformiert. 1709 errang Russland bei Poltawa einen entscheidenden Sieg. 1721 endete der Krieg mit dem Frieden von Nystad. Russland gewann Zugang zur Ostsee und neue Gebiete. Damit stieg es endgültig zur europäischen Großmacht auf. Der Sieg war die Grundlage für die Ausrufung des Kaiserreichs.
1762 n. Chr. – 1796 n. Chr.
Expansion unter Katarina II.
Die Herrschaft von Katharina II. (Katarina die Große) war von territorialer Expansion und inneren Reformen geprägt. Russland dehnte sich in Richtung Schwarzes Meer aus. Mehrere Teilungen Polens vergrößerten das Reich erheblich. Katharina förderte Bildung und stand im Austausch mit Aufklärern Europas. Gleichzeitig wurde die Leibeigenschaft weiter gefestigt. Russland entwickelte sich zu einer der führenden Mächte Osteuropas.
1763 n. Chr. – 1941 n. Chr.
Die Wolgadeutschen
1763 lud Katharina II. mit einem Manifest gezielt deutsche Siedler ins Russische Reich ein. Ziel war es, dünn besiedelte Gebiete an der Wolga wirtschaftlich zu entwickeln. Den Siedlern wurden Religionsfreiheit, Selbstverwaltung, Steuervergünstigungen und Befreiung vom Militärdienst zugesichert. In den folgenden Jahrzehnten entstanden zahlreiche deutsche Kolonien entlang der Wolga.
1861 n. Chr.
Aufhebung der Leibeigenschaft
Unter Alexander II. wurde 1861 die Leibeigenschaft abgeschafft. Millionen Bauern erhielten formal persönliche Freiheit. Allerdings mussten sie oft hohe Ablösesummen zahlen. Die Reform sollte soziale Spannungen mindern und die Wirtschaft modernisieren. Sie führte jedoch nicht zu sofortiger Stabilität. Viele Bauern blieben wirtschaftlich benachteiligt.
1904 n. Chr. – 1905 n. Chr.
Russisch-Japanischer Krieg
Der Russisch-Japanische Krieg entstand aus Rivalitäten um Einfluss in Korea und der Mandschurei. Russland unterschätzte Japan militärisch und organisatorisch. 1904 griff Japan überraschend die russische Flotte bei Port Arthur an. 1905 erlitt Russland eine vernichtende Niederlage in der Seeschlacht von Tsushima. Der Krieg endete mit dem Frieden von Portsmouth, vermittelt durch Theodore Roosevelt. Russland verlor Einfluss in Ostasien und erlitt einen schweren Prestigeverlust. Die Niederlage schwächte das Vertrauen in die Führung von Nikolaus II. erheblich.
1905 n. Chr.
Revolution von 1905
Die soziale und politische Unzufriedenheit entlud sich 1905 in Streiks und Massenprotesten. Auslöser war der „Blutsonntag“, als Demonstranten in Sankt Petersburg von Soldaten erschossen wurden. Arbeiter, Bauern und Teile des Militärs erhoben sich gegen das autokratische System. Im ganzen Reich bildeten sich erstmals Arbeiter- und Soldatenräte (Sowjets). Nikolaus II. sah sich gezwungen, im Oktober 1905 Reformen zu versprechen. Mit dem Oktobermanifest wurde eine Duma (Parlament) eingeführt. Dennoch behielt der Zar große Machtbefugnisse, sodass die Autokratie im Kern bestehen blieb.
1914 n. Chr. – 1917 n. Chr.
Sturz des Zaren
Russland trat 1914 in den Ersten Weltkrieg ein. Anfangserfolge wurden bald von schweren Niederlagen abgelöst. Wirtschaftliche Probleme und Versorgungsengpässe verschärften die Lage im Land. 1917 brach in Petrograd die Februarrevolution aus. Nikolaus II. dankte ab, womit die Monarchie endete. Im selben Jahr übernahmen die Bolschewiki unter Lenin die Macht – das Kaiserreich war endgültig Geschichte.