1480 n. Chr. – 1547 n. Chr.
Das Moskauer Reich
Das Moskauer Reich entstand nach dem Ende der mongolischen Oberherrschaft 1480 unter Iwan III.. Moskau vereinigte nach und nach andere russische Fürstentümer unter seiner Führung. Der Großfürst beanspruchte die Nachfolge des Byzantinischen Reiches („Drittes Rom“). Die Macht wurde stark zentralisiert, und rivalisierende Fürsten verloren ihre Selbstständigkeit. Die orthodoxe Kirche unterstützte die Herrschaft Moskaus ideologisch. Verwaltung und Militär wurden ausgebaut, um das Reich zu festigen. 1547 ging das Moskauer Reich mit der Zarentitel-Krönung in eine neue Phase über.
1547 n. Chr. – 1584 n. Chr.
Iwan der Schreckliche
Iwan IV. war der erste Herrscher, der sich offiziell „Zar von Russland“ nannte. Er stärkte die Zentralgewalt und schuf neue Verwaltungs- und Militärstrukturen. Außenpolitisch eroberte er die Khanate Kasan und Astrachan und öffnete den Weg nach Sibirien. Innenpolitisch führte er jedoch die Opritschnina ein, eine Terrorherrschaft gegen den Adel. Tausende Menschen wurden verfolgt oder getötet. Seine Herrschaft war daher von Expansion und Grausamkeit zugleich geprägt. Nach seinem Tod folgte eine Phase politischer Instabilität.
1598 n. Chr. – 1613 n. Chr.
Smuta (Zeit der Wirren)
Die Smuta begann nach dem Aussterben der Rurikiden-Dynastie. Mehrere Thronanwärter kämpften um die Macht, während Hungersnöte und soziale Unruhen das Land erschütterten. Polen-Litauen und Schweden nutzten die Schwäche Russlands für Interventionen. Zeitweise wurde sogar Moskau von polnischen Truppen besetzt. Der Staat stand kurz vor dem Zerfall. Erst eine nationale Erhebung beendete die Krise. 1613 wurde mit Michael Romanow eine neue Dynastie begründet.
1611 n. Chr. – 1612 n. Chr.
Volksarmee von Nischni Nowgorod
In der Smuta organisierten der Kaufmann Kusma Minin und Fürst Dmitri Poscharski in Nischni Nowgorod eine Volksmiliz. Ziel war es, Moskau von der polnischen Besatzung zu befreien. Die Armee sammelte Geld- und Truppenspenden aus der Bevölkerung. 1612 gelang die Rückeroberung des Kremls. Dieses Ereignis gilt als Symbol nationaler Einigkeit. Es ebnete den Weg für die Wahl Michaels Romanow zum Zaren. In Russland wird der 4. November bis heute als „Tag der Volkseinheit“ gefeiert.
1682 n. Chr. – 1725 n. Chr.
Peter der Große
Peter I. modernisierte Russland umfassend nach westeuropäischem Vorbild. Er reformierte Verwaltung, Heer und Wirtschaft. Im Großen Nordischen Krieg besiegte er Schweden und sicherte Russland den Zugang zur Ostsee. 1703 gründete er Sankt Petersburg als neue Hauptstadt. 1721 nahm er den Titel „Kaiser“ an und machte Russland offiziell zum Imperium. Seine Reformen stärkten Russland als europäische Großmacht, brachten jedoch auch hohe Belastungen für die Bevölkerung mit sich.