1897 n. Chr. – 1977 n. Chr.
Ludwig Erhard war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Politiker, der als „Vater des deutschen Wirtschaftswunders“ in die Geschichte einging. Nach seinem Studium der Staatswissenschaften und einer Promotion bei Franz Oppenheimer arbeitete er jahrelang in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung. Seine prägende Phase begann nach dem Zweiten Weltkrieg, als er 1948 zum Direktor der Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebietes ernannt wurde. In dieser Rolle setzte er gegen erhebliche Widerstände die Aufhebung der staatlichen Preiskontrollen durch und legte damit das Fundament für das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft. Von 1949 bis 1963 prägte er als Bundesminister für Wirtschaft unter Bundeskanzler Konrad Adenauer maßgeblich den rasanten wirtschaftlichen Aufschwung der jungen Bundesrepublik Deutschland. Sein wohlstandsorientierter Kurs verband die Freiheit des Marktes mit einem sozialen Ausgleich und prägte das Vertrauen der Bevölkerung in die neue Demokratie. Im Jahr 1963 folgte er Adenauer im Amt des Bundeskanzlers nach, konnte dort jedoch nicht mehr an seine früheren Erfolge anknüpfen. Nach innerparteilichen Spannungen und einer aufkeimenden Wirtschaftskrise trat er bereits 1966 von seinem Amt zurück. Dennoch blieb Erhard bis zu seinem Tod eine der einflussreichsten Symbolfiguren für die ökonomische Neuordnung Deutschlands nach 1945.