Das Zeitalter des Hellenismus
336 v. Chr. – 30 v. Chr.
Das Zeitalter des Hellenismus bezeichnet die Epoche der antiken Geschichte, in der sich die griechische Kultur, Sprache und Lebensweise über den gesamten östlichen Mittelmeerraum bis nach Orient und Zentralasien ausbreitete. Ihren Anfang nahm diese Umgestaltung durch die beispiellosen Feldzüge Alexanders des Großen, der das gewaltige Perserreich eroberte und ein transnationales Großreich schuf. Nach seinem frühen Tod zerfiel das Imperium in rivalisierende Nachfolgestaaten, die sogenannten Diadochenreiche der Ptolemäer, Seleukiden und Antigoniden. In dieser Ära wandelte sich die politische Struktur von den klassischen griechischen Stadtstaaten (Poleis) hin zu absolutistisch regierten Großreichen mit ausgeprägter Bürokratie. Die Verschmelzung griechischer Traditionen mit orientalischen Einflüssen brachte eine dynamische, kosmopolitische Mischkultur hervor, deren Verkehrssprache das Altgriechische (Koine) wurde. Blühende Metropolen wie Alexandria entwickelten sich zu bedeutenden Zentren des Fernhandels, der Kunst und der Wissenschaft. Philosophenschulen wie die Stoa und der Epikureismus gewannen enorm an Einfluss, da sie den Menschen in einer sich rasch verändernden Welt Orientierung boten. Das Ende der Epoche wurde durch den unaufhaltsamen Aufstieg der Weltmacht Rom besiegelt, die ein Hellenenreich nach dem anderen unterwarf. Das geistige und kulturelle Erbe des Hellenismus prägte jedoch das Römische Reich tiefgreifend und bildete ein fundamentales Fundament für das spätere Abendland.
Mehr erfahren →