Die Berufung des heiligen Matthäus
Dieses monumentale Werk markiert Caravaggios großen Durchbruch in Rom und gilt als Lehrstück barocker Lichtregie. Die Szene ist nicht in einem heiligen Tempel angesiedelt, sondern in einer düsteren, schäbigen Taverne. Der Zolleintreiber Levi (der spätere Matthäus) sitzt mit seinen Gehilfen beim Geldzählen, als Jesus Christus mit Petrus den Raum betritt. Das Genie des Bildes liegt im Licht: Ein mächtiger, diagonaler Lichtstrahl bricht von rechts oben in den Raum – exakt aus der Richtung, aus der Jesus eintritt. Dieser Strahl schneidet die Dunkelheit und folgt Jesu ausgestrecktem Zeigefinger, der direkt auf Levi deutet. Das Licht ist hier kein bloßes physikalisches Phänomen, sondern symbolisiert die göttliche Gnade, die den sündigen Alltag durchbricht.

