1634
Im Jahr 1634 heiratete Rembrandt Saskia von Uylenburgh, die aus einer wohlhabenden und angesehenen friesischen Familie stammte. Diese Verbindung sicherte dem jungen Maler nicht nur ein beträchtliches Vermögen, sondern öffnete ihm auch die Türen zur gehobenen Gesellschaft von Amsterdam. Saskia wurde in den folgenden Jahren zu Rembrandts wichtigstem Modell und Muse, die er in zahlreichen Gemälden und Zeichnungen oft in kostbaren Gewändern darstellte. Ihre gemeinsame Zeit war jedoch von Tragödien überschattet, da drei ihrer vier Kinder kurz nach der Geburt starben. Saskia selbst kränkelte zunehmend und verstarb im Jahr 1642 im Alter von nur 29 Jahren, vermutlich an Tuberkulose. Ihr Tod markierte einen tiefen Wendepunkt in Rembrandts Leben und Schaffen, nach dem seine Werke spürbar düsterer und nachdenklicher wurden.
1636
Dieses monumentale Meisterwerk aus dem Jahr 1636 gilt als eines der dramatischsten und gewaltsamsten Gemälde des Barock. Es zeigt den biblischen Helden Simson in dem Moment, in dem er von den Philistern überwältigt und durch das Ausstechen seiner Augen geblendet wird, nachdem Delila ihm sein langes Haar abgeschnitten hat. Rembrandt inszeniert die Szene mit einer extremen Dynamik und einem radikalen Hell-Dunkel-Kontrast, der den Schrecken des Geschehens brutal hervorhebt. Das Licht bricht von links in das dunkle Zelt hinein und lenkt das Auge des Betrachters direkt auf das leidende Gesicht Simsons und das eindringende Messer. Mit diesem Werk demonstrierte Rembrandt seine Fähigkeit, menschliche Emotionen und physischen Schmerz in einer bis dahin ungekannten Intensität auf die Leinwand zu bringen
1642
Das im Jahr 1642 fertiggestellte Gemälde ist Rembrandts berühmtestes Werk und stellt eine Amsterdamer Bürgergarde unter der Führung von Kapitän Frans Banninck Cocq dar. Statt der damals üblichen, starren und nebeneinander aufgereihten Gruppenporträts schuf Rembrandt eine lebendige, fast filmisch wirkende Actionszene. Die Schützen sind mitten im Aufbruch begriffen, wodurch eine enorme Unruhe, Dynamik und Lebendigkeit im Bild entsteht. Rembrandt nutzte auch hier gezielte Lichtstrahlen, um wichtige Figuren wie den Kapitän und ein geheimnisvolles, hell erleuchtetes Mädchen im Hintergrund hervorzuheben. Das Gemälde, das eigentlich Das Korporalschaft des Kapitän Frans Banninck Cocq heißt, erhielt den Namen „Die Nachtwache“ erst im 19. Jahrhundert, weil ein nachgedunkelter Firnis die Szenerie wie eine nächtliche Patrouille wirken ließ.
1665
Dieses Spätwerk entstand in Rembrandts letzten Lebensjahren und zeigt den Künstler in schlichter Arbeitskleidung mit Palette, Pinseln und Malstock. Im Gegensatz zu seinen frühen Selbstporträts, in denen er sich oft stolz und kostbar gekleidet inszenierte, blickt er dem Betrachter hier mit schonungsloser Ehrlichkeit und Würde ins Gesicht. Der Hintergrund wird von zwei rätselhaften, perfekt gezeichneten Kreisen dominiert, über deren Bedeutung Kunsthistoriker bis heute intensiv streiten. Einige sehen darin ein Symbol für die handwerkliche Perfektion des Malers, analog zur Legende des Künstlers Giotto, der einen perfekten Kreis freihändig zeichnen konnte. Das Bild fasst Rembrandts ganzes spätes Schaffen zusammen: ein von Geldsorgen gezeichneter, aber künstlerisch absolut kompromissloser und autarker Meister.