Die Französische Revolution

1789 n. Chr. – 1799 n. Chr.

Die Französische Revolution gilt als einer der wichtigsten Wendepunkte der europäischen Geschichte und markiert das Ende des Absolutismus. Angetrieben von den Ideen der Aufklärung und einer tiefen Wirtschaftskrise, erhob sich der unterdrückte Dritte Stand gegen die Privilegien von Adel und Klerus. Was als Reformversuch begann, entwickelte sich schnell zu einem radikalen Umsturz der gesamten gesellschaftlichen Ordnung. Die Revolutionäre verkündeten die Menschen- und Bürgerrechte und schafften die feudale Ständeordnung ab. Im Verlauf der Umwälzungen wurde König Ludwig XVI. entmachtet und schließlich hingerichtet, woraufhin Frankreich zur Republik wurde. Allerdings versank das Land bald im Chaos innerer Machtkämpfe und einer grausamen Schreckensherrschaft. Erst mit dem Staatsstreich Napoleon Bonapartes fand die unruhige Revolutionsphase ein Ende. Die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit überlebten jedoch und prägten das moderne Demokratieverständnis weltweit.

Die Französische Revolution
1788 n. Chr.1789 n. Chr.

Der Vorabend der Revolution

Frankreich befand sich Ende des 18. Jahrhunderts in einer tiefen Krise, da der Staat durch teure Kriege und den verschwenderischen Lebensstil des Hofes praktisch bankrott war. Die Bevölkerung war in drei Stände aufgeteilt, wobei der Dritte Stand – der vom einfachen Bauern bis zum reichen Bildungsbürger reichte – 98 Prozent der Menschen ausmachte, aber allein die Steuerlast trug. Missernten führten zu einer schweren Hungersnot, wodurch die Brotpreise unbezahlbar wurden und die Unzufriedenheit im Volk massiv anstieg. Um den Staatsbankrott abzuwenden, sah sich König Ludwig XVI. gezwungen, im Mai 1789 nach über 175 Jahren erstmals wieder die Generalstände einzuberufen. Hierbei kam es jedoch sofort zum Streit über das Abstimmungsverfahren, da der Dritte Stand trotz seiner Bevölkerungsmehrheit leicht von Adel und Klerus überstimmt werden konnte.

1789 n. Chr.

Der Sturm auf die Bastille

Obwohl der König scheinbar nachgab, zog er heimlich Truppen um Paris zusammen und entließ den beim Volk beliebten Finanzminister Necker. Diese Nachricht versetzte die ohnehin hungernde und nervöse Pariser Bevölkerung in helle Aufruhr und Panik vor einem Militärschlag. Auf der Suche nach Waffen und Munition zur Selbstverteidigung zog eine wütende Menge am 14. Juli 1789 vor die Bastille, eine alte Festung, die als Gefängnis diente und ein verhasstes Symbol der königlichen Willkürherrschaft war. Nach blutigen Gefechten gelang es den Aufständischen, die Festung zu stürmen und den Kommandanten zu köpfen. Dieser Tag gilt bis heute als der eigentliche Ausbruch der Revolution und als Symbol für den Sieg des Volkes über den Absolutismus.

1789 n. Chr.

Die Revolution beginnt

Der Konflikt um das Stimmrecht eskalierte schnell, da sich die Vertreter des Dritten Standes nicht länger politisch blockieren lassen wollten. Am 17. Juni 1789 erklärten sie sich selbstbewusst zur Nationalversammlung und beanspruchten das Recht, für das gesamte französische Volk zu sprechen. Als der König ihren Sitzungssaal sperren ließ, wichen die Abgeordneten in ein Ballspielhaus aus und schworen sich den berühmten „Ballhausschwur“. Sie gelobten, sich niemals zu trennen, bis Frankreich eine gerechte, schriftliche Verfassung erhalten würde. Angesichts der Entschlossenheit des Bürgertums und des Überlaufens einiger liberaler Adliger und Geistlicher musste der König schließlich nachgeben und die Nationalversammlung zähneknirschend anerkennen.

1789 n. Chr.

Das Ende der Privilegien und die Menschenrechte

Die Ereignisse in Paris lösten auf dem Land eine Welle des Aufruhrs aus, bei der Bauern die Schlösser ihrer Grundherren stürmten und Feudalurkunden verbrannten. Um die Lage zu beruhigen und das Land vor dem völligen Chaos zu retten, handelte die Nationalversammlung in einer historischen Nachtsitzung im August. Sie schaffte die Leibeigenschaft, die Steuerbefreiung des Adels und alle feudalen Privilegien mit einem Schlag ab. Nur wenig später, am 26. August 1789, verkündete die Versammlung die „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“. Dieses Dokument basierte auf den Idealen der Aufklärung und garantierte jedem französischen Bürger grundlegende Rechte wie Freiheit, Eigentum, Sicherheit und das Recht auf Widerstand gegen Unterdrückung.

1791 n. Chr.1792 n. Chr.

Von der Monarchie zur Republik

Frankreich wurde im Jahr 1791 durch eine neue Verfassung zunächst zu einer konstitutionellen Monarchie, in der die Macht des Königs stark eingeschränkt war. Ludwig XVI. fand sich jedoch nicht mit seiner neuen Rolle ab und versuchte, verkleidet ins Ausland zu fliehen, um mit fremder militärischer Hilfe seine absolute Macht wiederherzustellen. Die Flucht scheiterte, was das Vertrauen des Volkes in die Krone endgültig zerstörte und die Stimmen der radikalen Revolutionäre laut werden ließ. Als Frankreich 1792 von den absolutistischen Großmächten Österreich und Preußen angegriffen wurde, wuchs der Verdacht auf Hochverrat durch das Königshaus ins Unermessliche. Wütende Revolutionäre stürmten den königlichen Palast, setzten den Monarchen ab und riefen im September 1792 offiziell die erste französische Republik aus.

1793 n. Chr.1799 n. Chr.

Das Jahr des Terrors

Nach der Hinrichtung Ludwigs XVI. durch die Guillotine im Januar 1793 geriet die junge Republik von allen Seiten unter massiven Druck. Das Land befand sich im Krieg gegen fast ganz Europa, während im Inneren Hungersnöte und königstreue Aufstände ausbrachen. In dieser extremen Notlage rissen die radikalen Jakobiner unter der Führung von Maximilien de Robespierre die Macht an sich und errichteten eine erbarmungslose Diktatur. Durch den sogenannten Wohlfahrtsausschuss wurden Grundrechte außer Kraft gesetzt, um jeden echten oder vermeintlichen Feind der Revolution gnadenlos zu verfolgen. Während dieser „Schreckensherrschaft“ (Terror) wurden zehntausende Menschen zum Tode verurteilt, bis das Volk des Blutvergießens überdrüssig wurde und Robespierre im Juli 1794 schließlich selbst auf der Guillotine endete.

1799 n. Chr.

Napoleon und das Ende der Revolution

Nach dem Sturz der Jakobiner übernahm ein moderates, aber korruptes und schwaches Bürgertum (das Direktorium) die Regierung, welches die innere Zerrüttung des Landes jedoch nicht stoppen konnte. In dieser Phase des politischen Vakuums sehnten sich die Franzosen nach Ordnung, Stabilität und wirtschaftlicher Sicherheit. Diese Gelegenheit nutzte der junge, durch seine genialen militärischen Siege im Ausland gefeierte General Napoleon Bonaparte. Am 9. November 1799 stürzte er das Direktorium in einem Staatsstreich und erklärte sich selbst zum Ersten Konsul Frankreichs. Mit den berühmten Worten, die Revolution sei zu den Prinzipien zurückgekehrt, von denen sie ausging, und damit „beendet“, übernahm er die Alleinherrschaft und leitete eine neue Ära ein.

Beteiligte Persönlichkeiten

Napoleon Bonaparte

Napoleon Bonaparte

1769 n. Chr. – 1821 n. Chr.

Napoleon Bonaparte gehört zu den fähigsten Militärstrategen und einflussreichsten Staatsmännern der Weltgeschichte. Ausgelöst durch die Wirren der Französischen Revolution, stieg der gebürtige Korsenjunge in rasantem Tempo zum Kaiser der Franzosen auf. Er ordnete das durchgerüttelte Frankreich radikal neu und unterwarf innerhalb weniger Jahre fast den gesamten europäischen Kontinent. Seine Herrschaft brachte sowohl unendliches Leid durch die napoleonischen Kriege als auch bleibende Modernisierungen für Recht und Gesellschaft, die bis heute spürbar sind. Sein grenzenloser Ehrgeiz führte ihn letztlich in den Untergang, doch sein Mythos überdauerte seinen Sturz bei weitem.

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