Der Bürgerliche Realismus in der deutschsprachigen Literatur
Nach dem Scheitern der Märzrevolution von 1848 entwickelte sich im deutschsprachigen Raum eine spezifische literarische Form des Realismus. Autoren wie Theodor Fontane, Gottfried Keller und Theodor Storm verzichteten auf radikale politische Anklagen und konzentrierten sich stattdessen auf das Schicksal des Individuums im bürgerlichen Alltag. Das Ziel war die poetische Verklärung der Realität, bei der das Hässliche oder Extrem-Soziale meist stilvoll ausgespart oder abgemildert wurde. In Meisterwerken wie Fontanes „Effi Briest“ wurden gesellschaftliche Konventionen, Ehekonflikte und die Zwänge des Bürgertums präzise analysiert. Diese Phase hinterließ einige der bedeutendsten Gesellschaftsromane und Novellen der deutschen Literaturgeschichte.
