1928 n. Chr. – 1953 n. Chr.
Die Stalin Diktatur
Unter Josef Stalin entwickelte sich die Sowjetunion zu einer totalitären Diktatur. Ab 1928 begann er mit den Fünfjahresplänen zur schnellen Industrialisierung. Gleichzeitig wurde die Landwirtschaft zwangsweise kollektiviert, was zu Hungersnöten führte, besonders in der Ukraine (Holodomor). Der Holodomor von 1932–1933 war eine durch staatliche Zwangsmaßnahmen verschärfte Hungerkatastrophe, bei der mehrere Millionen Menschen starben und die heute von vielen Staaten als gezielt herbeigeführtes Verbrechen gegen die ukrainische Bevölkerung gewertet wird. In den 1930er-Jahren folgten die „Großen Säuberungen“, bei denen Millionen Menschen verhaftet, deportiert oder hingerichtet wurden. Ein riesiges Lagersystem (Gulag) entstand. Opposition wurde brutal unterdrückt. Stalin festigte so seine absolute Macht bis zu seinem Tod 1953.
1941 n. Chr. – 1945 n. Chr.
Der „Große Vaterländische Krieg“
1941 griff Adolf Hitler mit dem Unternehmen „Barbarossa“ die Sowjetunion an. Der Krieg wurde zum existenziellen Kampf um das Überleben des Staates. Schlachten wie Stalingrad und Kursk brachten die Wende zugunsten der Roten Armee. Die Sowjetunion erlitt enorme Verluste mit über 20 Millionen Toten. 1945 eroberte sie Berlin und spielte eine entscheidende Rolle beim Sieg über NS-Deutschland. Danach stieg sie zur globalen Supermacht auf. Osteuropa geriet unter sowjetischen Einfluss.
1950 n. Chr. – 1980 n. Chr.
Leben in der Sowjetunion
Das Leben war stark vom sozialistischen System geprägt. Der Staat kontrollierte Medien, Bildung und Wirtschaft. Es gab garantierte Arbeitsplätze, aber oft Versorgungsengpässe bei Konsumgütern. Wohnungen wurden staatlich zugeteilt, häufig in großen Plattenbausiedlungen. Bildung und Wissenschaft wurden stark gefördert, ebenso Raumfahrt und Militärtechnik. Kritik am System war gefährlich und wurde überwacht. Viele Menschen arrangierten sich mit dem Alltag zwischen Ideologie und Mangelwirtschaft.
1953 n. Chr. – 1964 n. Chr.
Chruschtschows Reformen
Nach Stalins Tod begann unter Nikita Chruschtschow eine Phase der „Entstalinisierung“. 1956 verurteilte er in einer Geheimrede die Verbrechen Stalins. Politische Gefangene wurden teilweise rehabilitiert. Es kam zu Reformversuchen in Wirtschaft und Landwirtschaft. Gleichzeitig blieb die Sowjetunion autoritär und griff etwa 1956 in Ungarn militärisch ein. Außenpolitisch prägte Chruschtschow die Zeit des Kalten Krieges, etwa während der Kubakrise 1962. 1964 wurde er parteiintern abgesetzt.
1985 n. Chr. – 1991 n. Chr.
Das Ende der Sowjetunion
1985 wurde Michail Gorbatschow Generalsekretär der KPdSU. Mit „Perestroika“ (Umgestaltung) und „Glasnost“ (Offenheit) wollte er das System reformieren. Die Reformen lockerten Zensur und stärkten öffentliche Diskussionen. Gleichzeitig verschärften sich wirtschaftliche Probleme und nationale Spannungen. 1989 fiel der Einfluss auf Osteuropa, und mehrere Staaten lösten sich vom Ostblock. 1991 scheiterte ein Putschversuch konservativer Kräfte. Am 26. Dezember 1991 wurde die Sowjetunion offiziell aufgelöst.