Joseph Stalin

1878 n. Chr.1953 n. Chr.

Joseph Stalin war von den 1920er Jahren bis zu seinem Tod der führende Politiker der Sowjetunion. Unter seiner Herrschaft wurde das Land zu einer zentral gesteuerten Diktatur mit umfassender staatlicher Kontrolle. Durch Zwangskollektivierung und Industrialisierung verwandelte er die Sowjetunion in eine Großmacht, verursachte jedoch Millionen Todesopfer. Politische Gegner wurden in Säuberungen verfolgt, verhaftet oder hingerichtet. Im Zweiten Weltkrieg führte Stalin die Sowjetunion zum Sieg über das nationalsozialistische Deutschland. Seine Herrschaft prägte entscheidend den Beginn des Kalten Krieges.

1924

Machtübernahme

Nach dem Tod Lenins begann Stalin, seine Macht innerhalb der Kommunistischen Partei auszubauen. Er setzte politische Gegner schrittweise außer Kraft. Durch geschickte Bündnisse und Intrigen sicherte er sich die Parteiführung. Bis 1929 hatte er seine wichtigsten Rivalen verdrängt. Damit wurde er zum unangefochtenen Machthaber der Sowjetunion.

1928

Zwangskollektivierung und Industrialisierung

Stalin leitete Fünfjahrespläne zur schnellen Industrialisierung ein. Bauern wurden in staatliche Großbetriebe gezwungen. Widerstand wurde brutal unterdrückt. Die Politik führte zu schweren Hungersnöten, besonders in der Ukraine. Gleichzeitig wuchs die industrielle Produktion stark an.

1936

Große Säuberungen

Stalin ließ vermeintliche Gegner verhaften, verurteilen oder hinrichten. Schauprozesse und Geständnisse unter Zwang prägten diese Zeit. Hunderttausende Menschen wurden in Arbeitslager deportiert. Die Angst vor Verfolgung durchzog die gesamte Gesellschaft. Stalins Macht wurde dadurch weiter gefestigt.

1939

Hitler-Stalin-Pakt

Die Sowjetunion schloss mit Deutschland einen Nichtangriffspakt. Beide Mächte vereinbarten geheime Interessenssphären in Osteuropa. Kurz darauf begann der Zweite Weltkrieg mit dem Angriff auf Polen. Der Pakt verschaffte Stalin Zeit zur militärischen Vorbereitung. 1941 wurde er jedoch durch den deutschen Angriff auf die Sowjetunion gebrochen.

1941

Führung im Zweiten Weltkrieg

Nach dem deutschen Überfall führte Stalin die Sowjetunion durch den Krieg. Die Rote Armee spielte eine entscheidende Rolle beim Sieg über Deutschland. Besonders die Schlacht von Stalingrad wurde zum Wendepunkt. Die Sowjetunion trug enorme Verluste. Nach 1945 stieg sie zur Weltmacht auf.

1945

Beginn des Kalten Krieges

Nach dem Krieg baute Stalin seinen Einfluss in Osteuropa aus. Mehrere Staaten wurden zu sozialistischen Satellitenstaaten. Die Spannungen mit den westlichen Alliierten nahmen zu. Europa teilte sich politisch in Ost und West. Diese Entwicklung markierte den Beginn des Kalten Krieges.

Beteiligte Ereignisse

Die Sowjetunion

Die Sowjetunion

1922 n. Chr. – 1991 n. Chr.

Die Sowjetunion wurde am 30. Dezember 1922 nach dem Sieg der Bolschewiki im Bürgerkrieg gegründet. Sie war ein sozialistischer Einparteienstaat unter Führung der Kommunistischen Partei. Politisch beruhte sie auf marxistisch-leninistischer Ideologie und zentraler Planwirtschaft. Unter Josef Stalin (ab Ende der 1920er-Jahre) wurde das Land stark industrialisiert, jedoch um den Preis von Zwangskollektivierung, Repressionen und Millionen Opfern. Im Zweiten Weltkrieg spielte die Sowjetunion eine entscheidende Rolle beim Sieg über Adolf Hitler und stieg danach zur Weltmacht auf. Es folgte der Kalte Krieg gegen die USA, geprägt von Wettrüsten, Raumfahrtkonkurrenz und ideologischer Blockbildung. Die UdSSR kontrollierte Osteuropa politisch und militärisch. In den 1980er-Jahren leitete Michail Gorbatschow Reformen wie Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) ein. Diese Reformen sollten das System modernisieren, beschleunigten jedoch den Zerfall des Staates. 1991 erklärten mehrere Republiken ihre Unabhängigkeit. Am 26. Dezember 1991 wurde die Sowjetunion offiziell aufgelöst – Russland und weitere Nachfolgestaaten entstanden.

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Der zweite Weltkrieg

Der zweite Weltkrieg

1939 n. Chr. – 1945 n. Chr.

Der Zweite Weltkrieg war ein globaler Konflikt, der von 1939 bis 1945 große Teile der Welt erfasste. Ausgelöst wurde er durch die aggressive Expansionspolitik des nationalsozialistischen Deutschlands. Im Verlauf des Krieges standen sich die Achsenmächte und die Alliierten in Europa, Afrika und Asien gegenüber. Der Krieg war geprägt von moderner Massenkriegsführung, Bombardierungen von Städten und totalem Kriegseinsatz. Zivilisten wurden in bislang unbekanntem Ausmaß Opfer von Gewalt, Vertreibung und Hunger. Ein zentraler Bestandteil war der Holocaust, die systematische Ermordung von Millionen europäischer Jüdinnen und Juden. Auch andere Bevölkerungsgruppen wurden verfolgt und ermordet. Der Krieg forderte weltweit über 60 Millionen Tote. 1945 endete er mit der Niederlage Deutschlands und Japans. Der Zweite Weltkrieg veränderte die politische Weltordnung grundlegend und prägte das 20. Jahrhundert nachhaltig

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