Willhelm II.

1859 n. Chr.1941 n. Chr.

Wilhelm II. war von 1888 bis 1918 Deutscher Kaiser und König von Preußen. Er verfolgte eine ambitionierte Weltmachtpolitik, die Deutschlands Einfluss in Europa und Übersee ausweiten sollte. Mit der Entlassung Bismarcks veränderte er die außenpolitische Ausrichtung des Reiches grundlegend. Besonders der Ausbau der deutschen Kriegsflotte verschärfte die Spannungen mit Großbritannien. In der Julikrise 1914 unterstützte er Österreich-Ungarn und trug damit zur Eskalation des Ersten Weltkriegs bei. Während des Krieges verlor er zunehmend politischen Einfluss an die Militärführung. Die militärische Niederlage Deutschlands führte 1918 zur Revolution und zum Ende der Monarchie. Wilhelm II. dankte ab und ging ins niederländische Exil. Seine Regierungszeit gilt als eine zentrale Phase der deutschen Vorkriegs- und Kriegsentwicklung. Historiker bewerten seine Rolle als mitverantwortlich für die internationale Isolation und den Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

1888

Thronbesteigung

Wilhelm II. wurde Deutscher Kaiser und König von Preußen. Er übernahm die Herrschaft im sogenannten „Dreikaiserjahr“. Mit seinem Regierungsantritt begann eine neue Phase deutscher Außenpolitik. Er strebte nach größerem internationalen Einfluss für das Deutsche Reich. Seine Persönlichkeit prägte Politik und Diplomatie stark.

1890

Entlassung Bismarcks

Wilhelm II. entließ Reichskanzler Otto von Bismarck. Damit beendete er die vorsichtige Bündnispolitik des Reichsgründers. Die deutsche Außenpolitik wurde weniger berechenbar. Bestehende Bündnissysteme zerfielen allmählich. Dies trug langfristig zur internationalen Isolation Deutschlands bei.

1898

Flottenpolitik

Wilhelm II. forcierte den massiven Ausbau der deutschen Kriegsflotte. Ziel war es, Großbritannien als Seemacht herauszufordern. Das Wettrüsten auf See verschärfte die Spannungen zwischen beiden Staaten. Deutschland wollte zur Weltmacht aufsteigen. Die Flottenpolitik trug zur Zuspitzung der Vorkriegskrise bei.

1914

Unterstützung Österreich-Ungarns

Nach dem Attentat von Sarajevo sicherte Wilhelm II. Österreich-Ungarn volle Unterstützung zu. Dieser „Blankoscheck“ ermutigte Wien zu einem harten Vorgehen gegen Serbien. Die Julikrise eskalierte zum Ersten Weltkrieg. Deutschland geriet dadurch in einen globalen Konflikt. Die Entscheidung gilt als ein zentraler Schritt in Richtung Krieg.

1918

Abdankung und Exil

Am Ende des Ersten Weltkriegs verlor Wilhelm II. seine Macht. Infolge der Novemberrevolution dankte er ab. Die Monarchie im Deutschen Reich endete. Wilhelm ging ins Exil in die Niederlande. Sein Sturz markierte den Übergang zur Weimarer Republik.

Beteiligte Ereignisse

Der erste Weltkrieg

Der erste Weltkrieg

1914 n. Chr. – 1918 n. Chr.

Der Erste Weltkrieg (1914–1918) war ein globaler Konflikt, der vor allem in Europa ausgetragen wurde und Millionen Menschen das Leben kostete. Ausgelöst wurde er durch das Attentat von Sarajevo, doch tiefere Ursachen waren Nationalismus, Imperialismus, Militarismus und starre Bündnissysteme. Zwei große Lager standen sich gegenüber: die Mittelmächte (u. a. Deutsches Reich und Österreich-Ungarn) und die Alliierten (u. a. Frankreich, Großbritannien, Russland, später die USA). Der Krieg war geprägt von Stellungskrieg, Materialschlachten und neuen, extrem zerstörerischen Waffen wie Giftgas und Maschinengewehren. Die Zivilbevölkerung litt massiv unter Hunger, Bombardierungen und wirtschaftlichem Zusammenbruch. 1917 schieden Russland aus dem Krieg aus, während die USA auf Seiten der Alliierten eintraten. 1918 brach die militärische und politische Ordnung der Mittelmächte zusammen. Der Krieg endete mit dem Waffenstillstand vom 11. November 1918. Die Folgen waren tiefgreifend: Der Versailler Vertrag belastete Deutschland stark, mehrere Monarchien zerfielen, und die politischen Spannungen legten den Grundstein für den Zweiten Weltkrieg.

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