1904 n. Chr. – 1988 n. Chr.
Kurt Georg Kiesinger war ein deutscher Jurist und Politiker der CDU, der als dritter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland Geschichte schrieb. Nach seinem Studium arbeitete er als Rechtsanwalt und trat 1933 der NSDAP bei, wo er während des Zweiten Weltkriegs im Auswärtigen Amt in der Rundfunkabteilung tätig war. SeineNS-Vergangenheit überschattete später seine politische Karriere, hinderte ihn jedoch nicht an seinem Wiederaufstieg im Nachkriegsdeutschland. Ab 1949 wirkte er als Bundestagsabgeordneter und profilierte sich vor allem in der Außenpolitik. Von 1958 bis 1966 amtierte er erfolgreich als Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Im Jahr 1966 übernahm er in einer wirtschaftlich und politisch angespannten Phase das Amt des Bundeskanzlers an der Spitze der ersten Großen Koalition auf Bundesebene. Seine Regierungszeit war geprägt von prägenden Reformen wie den Notstandsgesetzen und dem Stabilitätsgesetz, löste aber zugleich heftige Proteste der Außerparlamentarischen Opposition (APO) aus. Trotz eines starken Wahlergebnisses bei der Bundestagswahl 1969 musste Kiesinger das Kanzleramt an Willy Brandt abgeben und blieb bis 1971 CDU-Bundesvorsitzender.